Letzte Aktualisierung:
Sonntag, 3. November 2013
 

Meine Gesundheit

In den letzten Jahren war meine Gesundheit doch erheblich beeinträchtigt. Deshalb konsultierte ich in Folge verschiedene Ärzte aus unterschiedlichen Fachgebieten, allerdings ergaben sich daraus keine wegweisenden Befunde. Bei den Ärzten verstärkte dies die Meinung, alle meine Beschwerden wären psychosomatischen Ursprungs und im Grunde auf eine hypochondrische Störung zurückzuführen. Mir wurde allen Ernstes vorgeschlagen, mich mit dieser Aussage zufrieden zu geben.

Da sich mein Gesundheitszustand aber immer weiter verschlechterte und ich keine psychischen Probleme als Auslöser bei mir erkannte, blieb ich der Überzeugung, irgendetwas macht mich krank. So kam es, dass ich längere Zeit arbeitsunfähig war. Als nach einer Arbeitsunfähigkeit von gut einem halben Jahr der Zeitpunkt der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse immer näher rückte, wurde mir von Seiten der Krankenkasse nahe gelegt, dass ich an einer Rehabilitationsmaßnahme teilnehmen sollte. Ich begrüßte diesen Vorschlag, verbunden mit der Hoffnung endlich Aufklärung über die Krankheitsursache(n) zu erhalten.
Ich wurde überwiesen an eine Rehabilitationseinrichtung, die ihre Schwerpunkte auf dem Gebiet der Orthopädie und der Psychosomatik hatte. Meine Erwartungen an diese Klinik wurden nur zum Teil erfüllt. Ursachenforschung wurde im Grunde nicht gemacht, aber es wurden diverse Wege aufgezeigt, wie man mit seinen Einschränkungen leben bzw. arbeiten könnte.
Vorrangiges Ziel war es, den Patienten wieder arbeitsfähig zu entlassen, was in meinem Fall auch erfolgreich war, weil eine andere Lösung für mich nicht in Betracht kam. Bei meiner Entlassung aus der Klinik war ich nicht gesund, aber es ging mir doch etwas besser. Ich erkannte einige Fehler in meiner Lebensführung und stellte diese ab.

Obwohl ich nun sehr gesundheitsbewusst lebte, ging es mir nicht wirklich gut. Irgendwie zeigte sich immer wieder, in meinem Körper stimmt etwas nicht.
Doch wo sollte ich noch ansetzen?

So verging einige Zeit, bis mich die verschiedenen Wehwehchen wieder einholten und mein Leben so stark beeinträchtigten, dass ich immer wieder gezwungen war um ärztliche Unterstützung nachzusuchen.

Weitere Arztbesuche folgten, man wurde zum Teil auch fündig, doch das Alles erklärte nicht meine sehr komplexen Beschwerden. Ich wurde angehalten meinen Körper zu kräftigen, weshalb ich meine sportlichen Aktivitäten ausbaute und zusätzlich noch den Muskelaufbau in Problemzonen forcierte.

Meine vorliegende Symptomatik besserte sich in ganz kleinen Schritten, doch immer wieder gab es Rückschläge.
Ich beobachtete gewisse Zusammenhänge zwischen Ernährung und Beschwerden, aber alles schien irgendwie unspezifisch. Das Auslassen gewisser Lebensmittel besserte die Situation, doch die Beschwerden holten mich immer wieder ein.

Einzig der nun wieder regelmäßig ausgeübte Sport schien die Probleme zu verdrängen, weshalb ich mein Sportprogramm erweiterte. Seit Sommer 2008 fuhr ich dann jeden zweiten Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit, täglich waren dabei 50 km zu bewältigen. An den fahrradfreien Tagen stand immer der Muskelaufbau bzw. Fitness auf dem Plan. Obendrein tanzte ich auch noch.

Alles entwickelte sich sehr positiv, nur stellte sich jetzt immer öfter Müdigkeit und Abgeschlagenheit ein, vor allen Dingen nach den Mahlzeiten.
War ich mit meinen Kräften am Ende?

Trotzdem wollte ich an meinem Sportprogramm festhalten, weil ich überzeugt war, der Sport hilft mir, ich fühlte mich gut dabei.

Es kam dann der Tag, als die AOK mit einem Gesundheitsbus an meinem Arbeitsplatz erschien. Im Beisein mit unserem Betriebsarzt wurden verschiedene Messungen durchgeführt, unter anderem wurde der Körperfettanteil und der Blutzucker bestimmt. Bei beiden Werten wurde ich sofort auffällig, weil sie eindeutig zu hoch waren.

Der hohe Körperfettanteil war bei meinen sportlichen Aktivitäten nicht erklärbar. Ich hielt das Messgerät für zweifelhaft. Beim erhöhten Blutzucker verwies ich auf die kurz vor der Messung gegessenen Kekse. Die Blutzuckermessung wurde daraufhin nach einer Stunde wiederholt, wo sich der Blutzucker nur noch leicht erhöht zeigte. Der Betriebsarzt stellte mir verschiedene Fragen zu meinen Trinkgewohnheiten und etwaigen Harndrang. Gleichzeitig riet er mir einen Glukosetoleranztest beim Hausarzt durchführen zu lassen.
Vorerst sah ich keinen Handlungsbedarf und schob es vor mir her.

Es kam die Vorweihnachtszeit 2008, eine Weihnachtsfeier folgte der nächsten. Die Müdigkeit und Abgeschlagenheit hatte mich vollends ergriffen und ich begann zeitweise zu saufen, wie ein Loch. Was rein muss, musste irgendwann auch mal wieder raus. Der Harndrang war zeitweise so stark, dass ich überlegte mit meinem Büro in die Toilette umzuziehen. Alle 5 Minuten Urin abzulassen war sehr quälend und nicht mehr normal. Ich erinnerte mich schließlich der Fragen des Betriebsarztes, sollte mein Blutzucker nicht in Ordnung sein?

Eine kurze Recherche im Internet ließ mich sofort erkennen, mit meinem Blutzucker könnte etwas nicht stimmen - ich schien zuckerkrank zu sein!

Ich sah mich gezwungen meinen Hausarzt aufzusuchen, das war am 16.12.2008 der Fall. Blut und Urin wurden untersucht, in beiden Proben war der Zuckergehalt eindeutig zu hoch. Damit war klar, ich hatte Diabetes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, was Diabetes eigentlich ist?

Ich informierte mich über das Internet zum Thema Diabetes. Schnell erkannte ich, der unerkannte Diabetes mellitus hat jahrelang meine Beschwerden hervorgerufen, im Grunde womöglich seit frühester Kindheit. Ich wurde stutzig, warum wurde es erst jetzt erkannt?

Sämtliche mir vorliegende Befunde waren unauffällig, niemals zeigten sich Auffälligkeiten beim Blutzucker, einzig die Probleme mit den Leberwerten, deuteten eventuell auf eine Fettstoffwechselstörung hin, in Verbindung mit einem möglichen Diabetes wurde es nie betrachtet.

Mein Hausarzt begann nach vorliegen der endgültigen Laborergebnisse sofort mit einer Tablettentherapie mit Metformin, die mir wahrscheinlich über die Weihnachtsfeiertage helfen sollte. Nur verschlechterte sich mein Gesundheitszustand ganz dramatisch. Ich war vollends im Zustand der Ketoazidose aufgegangen, ich konnte dem Tod ins Auge sehen. Mir ging es mittlerweile sehr viel schlechter als vor der Diagnose des Diabetes. Also verordnete mir mein Hausarzt andere Tabletten mit Harnstoff. Doch eine den Blutzucker senkende Wirkung konnte ich nicht ausmachen, weshalb ich die Tabletten absetzte und versuchte meine Sportaktivitäten wieder aufzunehmen, gleichzeitig schränkte ich mich bei der Nahrungsaufnahme stark ein. Den Blutzucker konnte ich senken, doch die Tablettentherapie hat Spuren hinterlassen. Der ständige Hunger löste weitere Ketoazidosen aus, ich hatte Todesangst, mein Körper kündete überall von seinem drohenden Ende, was zur Folge hatte, dass ich erstmalig in meinem Leben immer eine Tasche mit den nötigsten Sachen neben meinem Bett stehen hatte, um kurzfristig ins Krankenhaus einzurücken bzw. eingeliefert zu werden.

Im neuen Jahr beim ersten Besuch in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis wurde diese lebensbedrohliche Situation aufgrund meiner Hinweise sofort erkannt, und mir wurde daraufhin vorab Insulin verordnet. Doch die Ketoazidosen traten weiter auf. Es war die Hölle.

Eine Woche später stand der Untersuchungstermin beim Diabetologen an, jetzt lag auch das angeblich endliche Ergebnis vor,

Diabetes mellitus Typ 2.

Seit diesem Tag spritze ich neben dem Bolus-Insulin vor dem Essen noch ein länger wirkendes Basis-Insulin. Meine Situation hat sich dadurch nur unwesentlich gebessert. Vor den ganzen Behandlungsversuchen ging es mir eindeutig besser.

Wieder eine Woche später, ein Termin bei der Diabetesberaterin steht an. Die Diabetesberaterin holt mich in ihr Büro und sagte mir, der Diabetologe würde noch dazukommen. Ich war überrascht. Aber vielleicht nichts ungewöhnliches.
Der Arzt kommt und teilte mir mit, ich habe

Diabetes mellitus Typ 1.

Es traf mich wie aus heiterem Himmel der Schlag, oder fast wie ein Todesurteil.

Einen Diabetes mellitus Typ 2, hätte ich vielleicht noch aus eigener Kraft besiegen können, Umstellung der Ernährung und viel Sport könnten helfen, doch beim Diabetes mellitus Typ 1 versagen meine Kräfte. Ohne Insulintherapie ist der baldige Tod unausweichlich.

Erst glaubte ich an einen Fehler, aber es wird richtig sein, alles passt. Ich werde kämpfen, bis zu meinem letzten Tag. Vielleicht kann ich noch zur Aufklärung rund um die Erkrankung beitragen.

Die Erkrankung wirft noch viele Fragen auf, ich bin auf dem Weg diese zu verstehen und vielleicht auch zu lösen.

Auf den folgenden Seiten möchte ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen kundtun.

Nachtrag:

Die Krankheit Diabetes mellitus Typ 1 hat ihren akuten Schrecken für mich nun vorerst verloren. Das verordnete Insulin wird mir ein Überleben ermöglichen.

Obwohl es immer noch sehr viele Ungereimtheiten gibt, die ich gern verstehen und aufklären möchte.

Bis dahin bleibt mir nur der Rat oder die Empfehlung:

Achtet immer auf Eure Ernährung! Die aufgenommene Nahrung sollte immer aus Kohlenhydraten, Eiweiß, Fett und Wasser sowie etwas Salz bestehen. Nur wenn Ihr diesen Grundsatz einhaltet, belohnt Euch Euer Körper mit der korrekten Insulindosis. Und etwas Bewegung zur körperlichen Ertüchtigung beugen einer fortschreitenden Insulinresistenz vor bzw. vermindern diese.
Für die Kohlenhydrate gilt, lieber zu viel als zu wenig, aber die richtig langsam wirkenden sollten es sein!!!

Mehr zu diesem Thema folgt in Kürze.

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